Was Passiert Wenn Ein Diabetiker Nichts Isst
Diabetisches Koma – Anzeichen erkennen, dem Notfall entgegenwirken

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Menschen mit Diabetes müssen darauf achten, dass ihr Blutzucker-Spiegel weder zu hoch noch zu niedrig ist, sonst droht eine gefährliche Über- oder Unterzuckerung. Fachleute sprechen von einer hyperglykämischen Entgleisungen Um eine Überzuckerung und ein daraus möglicherweise entstehendes diabetisches Koma zu vermeiden, müssen Sie auf verschiedene Warnsignale achten.

Normale Blutzucker-Werte liegen nüchtern zwischen 50 und 110 mg/dl und steigen nach dem Essen höchstens auf 140 mg/dl an. Zu hohe Blutzucker-Werte führen zu den Beschwerden, die Sie vielleicht erlebt haben, bevor Ihr Diabetes entdeckt wurde: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit oder Schwindelzustände.

Die Entgleisung des Stoffwechsels kann bis zum diabetischen Koma führen. Betroffene werden bewusstlos, da ihr Blut und Gewebe übersäuert und ausgetrocknet ist. Grund dafür ist ein absoluter Insulinmangel des Körpers. Insulin wirkt sowohl auf den Zucker- als auch auf den Fettstoffwechsel.

Kann der Blutzucker ohne Essen steigen?

Brauchen Sie einen Morgengupf? – Bei manchen Menschen ist der Nüchternwert normal, doch kaum verlassen sie das Bett, steigt der Blutzucker, Der Grund für dieses Aufsteh-­Phänomen sind zuckererhöhende Hormone. Ein Morgengupf kann den Anstieg verhindern.

Was passiert wenn ein Diabetiker fastet?

Kann ich mit Typ-2-Diabetes fasten? – Wenn Sie Diabetes Typ 2 haben, können Sie fasten, sofern Sie zur Gruppe mit niedrigem gesundheitlichen Risiko zählen (s.u., Kategorie 3). Allerdings ist auch bei Ihnen das Risiko für Hyper- und Hypoglykämien 5-fach bzw.7,5-fach erhöht.

Bei welchem zuckerwert muss man ins Krankenhaus?

Ihr Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c-​Wert) sollte vor einer Operation unter 8,5 Prozent (69 mmol/l) liegen, idealerweise aber einer normalen Einstellung entsprechen oder Ihrem individuellen Therapieziel. Ist dieser Wert zu hoch, fragen Sie Ihr behandelndes Diabetes-Team, wie Sie die Behandlung verbessern können.

Wie macht sich ein zuckerschock bemerkbar?

Risiko Überzuckerung – Bei einem erhöhten Blutzucker kann eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes und des Körpers, die sogenannte diabetische Ketoazidose, auftreten. Unbehandelt kann sie zu einem diabetischen Koma führen. Die diabetische Ketoazidose ist gekennzeichnet durch Blutzuckerwerte von (weit) über 250 mg/dl.

  1. Dem Körper fehlt Insulin, sodass die Körperzellen nicht ausreichend mit Energie versorgt werden.
  2. Der Körper baut nun verstärkt Fett zu Fettsäuren ab.
  3. Diese führen zu einer Übersäuerung des Organismus.
  4. Die Fettsäuren werden nicht vollständig abgebaut und lassen sich als Ketonkörper im Urin und Blut nachweisen.

Das sind Anzeichen einer Ketoazidose:

Verstärktes Wasserlassen und starkes DurstgefühlAppetitlosigkeit, Übelkeit und ErbrechenBauchschmerzenAcetongeruch in der Atemluft (Geruch nach faulem Obst oder Nagellackentferner)Vertiefte AtmungMüdigkeit, Schläfrigkeit, SchwächegefühlGewichtsverlust

Sofortmaßnahmen bei Blutzuckerwerten, die mit starkem Unwohlsein einhergehen sowie bei erhöhten Ketonwerten (Urinteststreifen ++/+++): Verständigung eines Arztes und in Absprache mit diesem:

bei Erbrechen sofortige Aufnahme ins KrankenhausInsulin spritzensehr viel Wasser trinkenVermeiden körperlicher Anstrengungnicht einschlafen

Grundsätzlich sollte bei diabetischer Ketoazidose der Arzt entscheiden, ob der Betroffene sofort ins Krankenhaus gebracht werden muss oder man ambulant behandeln kann. : Kann man an einem Zuckerschock sterben? – FIT FOR FUN Wissen

Wann die letzte Mahlzeit bei Diabetes?

Wann sollte abends die letzte Mahlzeit eingenommen Aus wissenschaftlicher Sicht spricht nichts dagegen, seinen Hunger auch am späteren Abend noch zu stillen. Entwicklungsgeschichtlich hätten wir Menschen gar nicht überleben können, wenn wir nicht grundsätzlich zu jeder Tages- und Nachtzeit essen könnten.

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: Wann sollte abends die letzte Mahlzeit eingenommen

Was verschlimmert Diabetes?

Für eine zunehmende Vergesslichkeit oder Schwierigkeiten beim Konzentrieren kommen viele Ursachen infrage. Nicht immer verbirgt sich eine ernste Erkrankung dahinter. Fast jeder kennt wohl die Situation, sich plötzlich an einen Namen nicht mehr erinnern zu können oder eine Verabredung einfach vergessen zu haben.

Wenn sich die Vorfälle von Gedächtnisstörungen jedoch häufen, kann eine beginnende Demenz vorliegen. Die Merk- und Erinnerungsfähigkeit ist dann deutlich beeinträchtigt, was besonders beim Kurzzeitgedächtnis auffällt. Bei einer fortgeschrittenen Demenz-Erkrankung können Patientinnen und Patienten oft nicht mehr sagen, welches Jahr, welcher Monat oder welcher Tag gerade ist.

Unter Umständen wird sogar der eigene Name oder das eigene Geburtsdatum vergessen. Häufig sind auch Wesensveränderungen, Verwirrtheitszustände und Orientierungsprobleme. Das kann so weit gehen, dass sich die Betroffenen in der eigenen Wohnumgebung nicht mehr zurechtfinden.

Menschen mit Diabetes haben häufiger Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen und sind stärker demenzgefährdet als Stoffwechselgesunde. Es ist bekannt, dass Personen mit Diabetes im Laufe ihres Lebens etwa doppelt so häufig an einer Demenz-Erkrankung leiden als gleichaltrige Personen ohne Diabetes.

Die gute Nachricht: Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, das Risiko für eine Demenzerkrankung zu senken – auch und insbesondere für Menschen mit Diabetes. Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Ursachen für das erhöhte Demenz-Risiko bei Diabetes verantwortlich sind.

Dazu gehören neben schlechter Einstellung von Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerten auch Rauchen, Bewegungsmangel sowie das Vorliegen von Übergewicht und Depression. Nach aktuellem Wissensstand ist fehlende Bewegung einer der wichtigsten Treiber für eine spätere Demenz. Das gilt für Menschen mit und ohne Diabetes.

Neben erhöhten Blutzuckerwerten können auch schwere Unterzuckerungen die Entstehung von Demenz fördern. Studiendaten ergaben, dass 3 und mehr schwere Unterzuckerungen das Risiko für eine spätere Demenz verdoppeln.

Ist man bei Diabetes müde?

Typ-2-Diabetes – was für ihn typisch ist | Die Techniker Typ-2-Diabetes gilt als sogenannte Lifestyle-Erkrankung und geht oft mit Übergewicht einher. Doch auch schlanke Menschen können einen Diabetes Typ 2 entwickeln. Er entsteht unter anderem durch eine dauerhafte Kombination aus ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung.

  • Starke Müdigkeit und schnelle Erschöpfung
  • Extremes Durstgefühl, besonders bei Kindern
  • Starker Harndrang und vermehrtes Wasserlassen
  • Gewichtsverlust
  • Juckreiz
  • Schwindel
  • Häufige starke Wadenkrämpfe
  • Konzentrationsstörungen

Wie beim Typ-1-Diabetes kann es auch beim Typ 2 zu einem diabetischen Koma kommen: Das sogenannte Austrocknungskoma – medizinisch hyperosmolares Koma – ist typisch für den Typ-2-Diabetes. Bei stark erhöhtem Blutzucker wird die Glukose mit dem Urin ausgeschieden.

  • Dabei kommt es zu einem starken Flüssigkeitsverlust, der sich durch Trinken allein nicht mehr ausgleichen lässt.
  • Die Folge: Der Körper trocknet aus – der Mediziner spricht von Dehydratation.
  • Oft sind es Infektionen, Magen-Darm-Erkrankungen sowie bestimmte Medikamente wie Entwässerungsmittel oder Kortison, die ein hyperosmolares Koma auslösen oder begünstigen.

Unbehandelt kann diese Stoffwechselentgleisung zu Bewusstlosigkeit und letztlich zum Tod führen. Vom hyperosmolaren Koma sind vor allem ältere und gebrechliche Menschen betroffen. Nehmen Sie Symptome ernst wie Durst, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl oder gar das Gefühl, einen Schwächeanfall zu bekommen.

  1. Ontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen Ihren Blutzucker, wenn Sie erste Anzeichen bemerken oder körperlich angeschlagen sind.
  2. So können Sie ein diabetisches Koma vermeiden und damit unter anderem zusätzlichen Stress durch eine Behandlung im Krankenhaus.
  3. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dass Sie das Ganze allein in den Griff bekommen, rufen Sie unbedingt einen Rettungswagen.

Die extrem hohen Blutzuckerwerte bei einem hyperosmolaren Koma verlangen neben einer sofortigen Insulingabe vor allem nach der Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten. Dauerhaft schwankende Blutzuckerspiegel schädigen vor allem Gefäße und Nerven. Dadurch kann es unter anderem zu den im Folgenden beschriebenen Problemen kommen.

  • Augenschäden: Hier kommt es zu einer sogenannten Mikroangiopathie, einer Erkrankung der kleinen Gefäße der Netzhaut – der Mediziner spricht von einer diabetischen Retinopathie.
  • Immer mal wieder wird Diabetes im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung, zum Beispiel des Augenhintergrunds, festgestellt.

Ein unbehandelter Diabetes kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Herz- und Gefäßerkrankungen: Typ-2-Diabetes geht häufig mit Übergewicht einher. Dieses begünstigt unter anderem Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Erkrankungen der Herzkranzgefäße, die sogenannte Koronare Herzkrankheit.

  • Im schlimmsten Fall kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.
  • Nierenschäden: Häufig oder dauerhaft hohe Blutzuckerspiegel schädigen die kleinen Blutgefäße der Niere – der Mediziner spricht von einer diabetischen Nephropathie.
  • Die Niere arbeitet dadurch nur eingeschränkt und kann letztlich vollständig versagen.
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Diabetisches Fußsyndrom: Beim diabetischen Fuß sind Nerven und Blutgefäße in den Füßen geschädigt. Wird er zu spät erkannt und behandelt, muss der betroffene Fuß oft ganz oder teilweise amputiert werden.

  • Erhöhte Infektanfälligkeit: Besonders anfällig sind Diabetespatienten für Harnwegsinfektionen.
  • Parodontitis: Auch für eine Entzündung des Zahnhalteapparats kann eine Diabeteserkrankung verantwortlich sein.
  • Hautkrankheiten: Häufige Begleiterscheinungen sind teils eitrige Hautentzündungen, schlecht heilende Wunden oder Pilzinfektionen der Schleimhäute im Genitalbereich.
  1. Die medizinischen Informationen der Techniker sind von renommierten Organisationen für Qualität, Neutralität und Transparenz zertifiziert.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes.

Stand: 30.09.2013. URL: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001g_m_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2015-02-abgelaufen.pdf (abgerufen am: 03.12.2018). abgelaufen ̶ Neuanmeldung für September 2019Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG): S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes, 2. Auflage, Stand: 28.03.2018.

URL: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-013l_S3-Therapie-Typ-1-Diabetes_2018-08.pdf (abgerufen am: 20.11.2018).Schmeisl, G.W.: Schulungsbuch Diabetes.8. Auflage München, Elsevier 2015. Wormer, E.J. Dr. med.: Diabetes. Kompakt-Ratgeber.1. Auflage Murnau a.

Bei welchem Wert kein Insulin spritzen?

Bei einer Überzuckerung liegt der Wert über 7,8 mmol/l (140 mg/dl). Der Grund ist meist, dass Insulin fehlt oder nicht ausreichend wirkt.

Was passiert mit dem Gehirn bei einer Unterzuckerung?

Unterzuckerungen – Was passiert im Gehirn? Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Fachbegriff „Hypoglykämie-assoziierte autonome Neuropathie”? Darum und um Unterzuckerungen allgemein geht es im Interview mit Professor Karl Otfried Schwab. Professor Dr.

  • Arl Otfried Schwab ist Oberarzt im Schwerpunktbereich Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.
  • Im Interview erklärt er, welchen Grund wiederholte schwere Unterzuckerungen haben können.
  • In leicht gekürzter Form ist das Interview erschienen im ( Ausgabe 2/2016), der Zeitschrift für Eltern von Kindern mit Diabetes und für alle, die Kinder mit Diabetes betreuen.

Diabetes-Eltern-Journal (DEJ): Herr Professor Schwab, was macht eigentlich das Gehirn, wenn eine Unterzuckerung eintritt? Es kann ja nicht wie andere Organe Zucker speichern und muss ständig versorgt werden. Prof. Dr. Karl Otfried Schwab: Ein Unterzuckerung bedeutet zunächst einmal, dass der Körper von der Energie, also von dem, was ihn am Leben erhält, abgeschnitten ist.

Was macht der Körper, um diesen Zustand wieder aufzuheben? Er schickt Hormone aus, die der Leber sagen: „Du musst bitte Energie/Zucker bereitstellen.” Außerdem versucht der Körper, aus allen Ecken Zucker in Richtung Gehirn zu leiten. Diesen Vorgang nennt man auch Allokation, d. h., dass der Körper in die Lage versetzt wird, irgendwo im Körper Kohlenhydrate aufzutreiben und zum Gehirn zu schicken.

Es kann also sein, dass irgendwo in anderen Organen Glykogen abgebaut oder Zucker neu gebildet wird, damit das Gehirn ausreichend versorgt ist. DEJ: Und was unterscheidet eine leichte von einer schweren Unterzuckerung? Prof. Schwab: Eine leichte Unterzuckerung kommt sehr häufig vor.

  1. Bei einer leichten Unterzuckerung isst das Kind etwas, und dann ist die Unterzuckerung wieder weg.
  2. Die schweren Unterzuckerungen kommen sehr selten vor.
  3. Bei schweren Unterzuckerungen kann es vorkommen, dass der Betroffene bewusstlos wird und einer Fremdhilfe bedarf.
  4. Das Gehirn sagt damit: „Ich kann einfach nicht mehr, ich habe zu wenig Energie, ich schalte ab.” Sinkt der Zuckerwert noch weiter, kann auch ein zerebraler Krampfanfall auftreten.

»Was wir verhindern müssen, sind langfristig unbemerkte Unterzuckerungen.« Professor Karl Otfried Schwab DEJ: Aber bei leichten Unterzuckerungen sollten sich Eltern gar nicht so viele Sorgen machen? Prof. Schwab: Sie sollten sich überhaupt keine Sorgen machen.

Autonome Symptome: Sie werden durch die Gegenregulationsmechnismen des Körpers hervorgerufen. Zu diesen Mechanismen zählt zum Beispiel die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Zu den autonomen Symptomen gehören Zittrigkeit, Blässe, Herzrasen, Schwitzen, Hunger und Unruhe. Neuroglykopenische Symptome: Diese Symptome entstehen durch Zuckermangel im Gehirn. Zu den neuroglykopenischen Symptome zählen Verwirrtheit, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Mattigkeit, Schwindel, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schwierigkeiten beim Denken und Sprechen, Bewusstseinstrübungen, Bewusstlosigkeit und Krämpfe.

DEJ: Wie kann es zu den unbemerkten Unterzuckerungen kommen? Prof. Schwab: Schwab: Wir haben einmal eine Untersuchung gemacht, für die wir Kinder in eine leichte Unterzuckerung gebracht haben. Alle Teilnehmer – natürlich alles Freiwillige – waren relativ gut eingestellt.

  1. Wir haben nach objektiven Symptomen für eine Unterzuckerung geschaut – also z. B.
  2. Erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck – und nach subjektiven Symptomen, indem wir die Kinder nach ihrem Empfinden gefragt haben.
  3. Auch die Eltern haben wir befragt.
  4. Ein ganz wesentliches Ergebnis war: Kamen die Kinder mit ihrem Blutzuckerwert unter 50 mg/dl (2,8 mmol/l) oder auch mal bis zu 40 mg/dl (2,2 mmol/l), sollte es eigentlich eine Stresshormon-Antwort geben, also es sollte z. B.

Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet werden. Aber genau diese Ausschüttung und andere Symptome, die zeigen, dass der Körper Stress hat (z. B. Schwitzen, schneller Puls etc.), blieben bei etwa zwei Drittel der Kinder aus; die normalen Stress-Symptome fehlten schlichtweg, weil viele Unterzuckerungen vorkamen.

  1. Das bedeutet: Als erste Zeichen für die Unterzuckerung zeigten sich neuro-glykopenische Symptome (s. Kasten).
  2. Neuro- steht hier für das Gehirn, -glyko ist Zucker und -penisch heißt immer, dass das Gehirn zu wenig Zucker gehabt hat und nicht mehr richtig funktioniert.
  3. Die Unterzuckerung wird also bei einem Blutzucker bis 40 nicht bemerkt, weil die Stressantwort infolge vieler Unterzuckerungen ausbleibt.

»Bei einer Unterzuckerung versucht der Körper, aus allen Ecken Zucker in Richtung Gehirn zu leiten.« Professor Karl Otfried Schwab DEJ: Ist es gefährlich, wenn nicht als erstes Stresshormone ausgeschüttet werden? Prof. Schwab: Da komme ich auf ein Krankheitsbild zu sprechen, das schon häufiger vorkommt und einer strikten Therapie bedarf, und zwar ist das die Hypoglykämie-assoziierte autonome Neuropathie.

  • Dieser komplizierte Name bedeutet konkret: Das Kind hat ganz viele Unterzuckerungen, bemerkt sie aber nicht.
  • Und warum bemerkt das Kind diese Unterzuckerungen nicht, warum bleibt die Stressantwort aus? Das hängt auch wieder mit dem Gehirn zusammen.
  • Bei so vielen Unterzuckerungen sagt das Gehirn: „Ich muss etwas tun, um mich zu schützen.” Denn: Schwere Unterzuckerungen können das Gehirn schädigen.

Also werden Glukose-Transporter aktiviert, die deutlich mehr Glukose in das Gehirn leiten – eben, um es zu schützen. Dazu ein Beispiel: Wenn ein Kind einen 40er-Blutzucker hat, würde man ja sagen: Bei diesem Wert sollte das Kind etwas essen. Wenn aber gleichzeitig im Gehirn ein Wert von 60 mg/dl (3,3 mmol/l) herrscht, sagt das Gehirn: „Och, mir geht’s gut, ich könnte einen 1 000-Meter-Lauf machen.” Die Unterzuckerung wird also nicht bemerkt, es kommt nicht zu einer hormonellen Gegenregulation – eben deswegen, weil der Körper unbedingt das Gehirn schützen möchte und deshalb mehr Glukose ins Gehirn gepumpt hat.

  1. Die hormonelle Gegenregulation kommt verspätet: Wenn der Blutzuckerwert im Körper auf 30 (1,7 mmol/l) fällt, sind es im Gehirn etwa 50, und dann erst sagt das Gehirn: „Na ja, vielleicht könnte es doch eine Unterzuckerung geben.
  2. Önnte schon sein, dass da ein Problem auf mich zukommt.” Es werden nun Stresshormone ausgeschüttet, aber keine große Menge.

Geht es dann auf 25 runter (im Gehirn: 45), wird die Unterzuckerung endgültig bemerkt, es werden Hormone ausgeschüttet und überall im Körper nach Zucker gesucht (Allokation). Jetzt erst also gibt es diese Stress-Antwort, die normalerweise unter einem Wert von 69 einsetzt; bei Werten zwischen 60 und 50 treten dann normalerweise die Stresssymptome auf.

Geht es unter 50, können dann schon die neuro-glykopenischen Symptome auftreten. Wenn die hormonelle Aktivierung erst so spät einsetzt, handeln die Patienten sich zwei Probleme ein: Nämlich nicht nur, dass die Hormone als Botenstoffe fehlen, die den Transport von Zucker zum Gehirn bewirken, sondern eben auch, dass Betroffene die Unterzuckerung schlichtweg nicht bemerken.

DEJ: Was kann man tun gegen diesen Teufelskreis, der durch die Hypoglykämie-assoziierte Neuropathie entsteht? Prof. Schwab: Das Gute daran ist: Im Kindesalter ist das nicht unumkehrbar. Die Hypoglykämie-assoziierte autonome Neuropathie ist eine funktionelle Störung, die behoben werden kann.

Das heißt: Wenn man bei einem Kind mit dieser Art der Neuropathie erreicht, dass es etwa 6 bis 8 Wochen keine einzige Hypoglykämie mehr hat, wird sich das Ganze wieder umdrehen. Die Glukosetransporter, die mehr Zucker ins Gehirn bringen, sind dann nicht mehr aktiviert, und es findet schon bei einem höheren Blutzuckerwert eine hormonelle Gegenregulation statt.

Und das führt dazu, dass auch eine Unterzuckerung wieder früher bemerkt wird. »Wenn man bei einem Kind mit dieser Art der Neuropathie erreicht, dass es etwa 6 bis 8 Wochen keine einzige Hypoglykämie mehr hat, wird sich das ganze wieder umdrehen.« Professor Karl Otfried Schwab Warum ist es so schwierig, den Teufelskreis zu durchbrechen? Das ist so: Wenn der Körper keine hormonelle Gegenregulation mehr in Gang setzt, sinkt auch die Nachfrage an die Leber, Glukose zu produzieren, deutlich.

  • Und was passiert, wenn die Nachfrage so niedrig ist? Dann sinkt auch der Insulinbedarf dramatisch ab.
  • Das heißt auch: Man kann eine Hypoglykämie-assoziierte autonome Neuropathie daran erkennen, dass eben der Insulinbedarf enorm absinkt, manchmal um 30 bis 50 Prozent.
  • Und ständig treten diese Unterzuckerungen auf.
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Warum? Weil die Leute tendenziell zu viel Insulin geben. Und weil sie zu viel Insulin geben, gibt es wieder die nächste Hypoglykämie und diese wiederum begünstigt die nächste. Deshalb muss man da einen sehr rigorosen Strich machen, das Insulin deutlich reduzieren und auch vielleicht für eine Weile einen etwas höheren HbA1c-Wert in Kauf nehmen.

  • Das ist der eine Aspekt bei diesen häufigen Unterzuckerungen.
  • Der zweite Teil ist, dass der Körper irgendwann sagt: So viele Unterzuckerungen, das ist nicht normal.
  • Es kommt dann zu Desensibilisierungsprozessen, die ich auch selbst untersucht habe.
  • Das bedeutet: Die Stressreaktionen, die durch das Stresshormon Adrenalin ausgelöst werden, werden heruntergefahren, indem der Körper viele der Adrenalin-Rezeptoren (Betarezeptoren) „downreguliert”, d.h.

von der Zelloberfläche verschwinden lässt. Die Rezeptoren sind die Schlüssellöcher, an die das Adrenalin andockt. Sind diese Schlüssellöcher nicht mehr aktiv, werden die Signale, die durch das Adrenalin vermittelt werden sollen, nicht mehr in der nötigen Stärke weitergeleitet.

  1. Wir haben das Blut von Kindern untersucht, die als erste Reaktion auf eine Unterzuckerung keine adrenergen Stressreaktionen zeigten, sondern stattdessen gleich neuroglykopenische Symptome.
  2. Bei diesen Patienten fanden wir weniger aktive Rezeptoren für das Adrenalin an der Zelloberfläche von Blutzellen.

Außerdem konnten wir im Reagenzglas zeigen, dass auch bei Stimulation mit einem Adrenalin-ähnlichen Stoff weniger cAMP entsteht, das ist das Produkt, das innerhalb der Zelle durch das Adrenalin entsteht. Daraus haben wir geschlossen, dass bei diesen Patienten die sympathisch-adrenerge Signalweiterleitung „desensibilisiert”, also heruntergefahren worden ist.

  • DEJ: Den Verdacht auf diese funktionelle Störung sollte man also bei Kindern haben, die immer wieder Unterzuckerungen haben, die nicht zu den leichten zu rechnen sind, bei denen der Insulinbedarf gesunken ist und die die Unterzuckerungen nicht bemerken? Prof.
  • Schwab: Genau.
  • Noch mal, das ist auch für die Eltern wichtig: Schwere Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit und mit der Notwendigkeit, Fremdhilfe in Anspruch zu nehmen, kommen selten vor.

Aber meist sind immer dieselben Leute davon betroffen, weil sie aus diesem schon beschriebenen Teufelskreis alleine nicht mehr herauskommen. Betroffene brauchen einen guten Diabetologen, der die Zusammenhänge gut kennt und dafür sorgt, dass das Kind keine Unterzuckerungen mehr hat.

Helfen kann dabei ein kontinuierliches Glukose-Messsystem (CGM-System), das FGM-System FreeStyle Libre oder auch einfach mehr Blutzuckertestungen. Gut ist auch eine Pumpe, die bei bestimmten Grenzwerten einen Alarm abgibt und sich, wenn nötig, abschaltet. DEJ: Eltern haben oft Angst vor bleibenden Schäden durch schwere Unterzuckerungen.

Auch Hirnschädigungen sind da ein Thema  Prof. Schwab: Das hängt natürlich ab von der Dauer der Unterzuckerungen und auch davon, wie tief der Zucker gesunken ist. Gerade nachts kann es vorkommen, dass schwerwiegende Unterzuckerungen nicht bemerkt werden, und wenn jemand dann sehr lange im Unterzucker ist, können auch mal Hirnzellen untergehen.

  • In aller Regel aber können die Kinder in der nächtlichen Unterzuckerung selbst Zucker bilden und damit den Blutzuckerspiegel wieder anheben.
  • » Am empfindlichsten ist immer das Gehirn, das bekommt zuerst Probleme, weil es keinen Zucker speichern kann.« Professor Karl Otfried Schwab DEJ: Werden denn auch Folgekrankheiten an anderen Organen durch wiederkehrende schwere Unterzuckerungen gefördert? Prof.

Schwab: Das steht sicherlich nicht so im Vordergrund. Am empfindlichsten ist immer das Gehirn, das bekommt zuerst Probleme, weil es keinen Zucker speichern kann. Fast alle anderen Organe können, wenn sie einen Engpass haben, auf ihren eigenen Zuckervorrat zurückgreifen, dann ist das Problem behoben.

  1. DEJ: Was lässt sich aus den DPV-Daten zu Unterzuckerungen herauslesen? (Durch die Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation (DPV) werden Daten von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes erfasst.) Prof.
  2. Schwab: An den Zahlen der Jahre 1995 bis 2003 sieht man, dass in dieser Zeit Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen (normnahen) HbA1c-Wert ein hohes Risiko hatten, schwere Unterzuckerungen zu bekommen und sogar ins Koma zu fallen.

Für die Jahre 2004 bis 2012 war das nicht mehr nachweisbar. Analysiert hat man dafür die Daten von über 30 000 Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes zwischen 1995 und 2012. » Früher hat man gesagt: Nur nicht zu normnah einstellen, das führt zu zu vielen Unterzuckerungen.

  • Das kann man heutzutage nicht mehr sagen.« Professor Karl Otfried Schwab DEJ: Hängt das auch mit den technischen Neuerungen zusammen? Prof.
  • Schwab: Ja, genau.
  • Dieser Rückgang des Risikos erlaubt es auch, Kinder und Jugendliche normnah einzustellen.
  • Früher hat man gesagt: Nur nicht zu normnah einstellen, das führt zu zu vielen Unterzuckerungen.

Das kann man heutzutage nicht mehr sagen. Zudem ist weltweit durch die Einführung vieler technischer Innovationen die Anzahl von Unterzuckerungen allgemein zurückgegangen – auch das kann man aus den DPV-Daten schließen. Fazit Treten öfter unbemerkt schwere Unterzuckerungen auf und sinkt der Insulinbedarf, sollte man an eine Hypoglykämie-assoziierte autonome Neuropathie denken.

Das Interview führte Nicole Finkenauer-Ganz Redaktion Diabetes-Eltern-Journal,Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2016; 9 (2) Seite 16-18

: Unterzuckerungen – Was passiert im Gehirn?

Bei welchen Werten muss Insulin gespritzt werden?

1. Nicht zu lang mit Insulin warten! – HbA1c-Werte über 8,0 % sollten unbedingt Anlass sein, die Therapie entsprechend zu überdenken. Sicherlich hängt der späte Insulineinsatz auch damit zusammen, dass die Patienten sich häufig dagegen wehren nach dem Motto: “Wer einmal Insulin spritzt, muss lebenslang Insulin spritzen.” Aber nicht weil man Insulin spritzt, muss man immer Insulin spritzen, sondern weil die Stoffwechselsituation infolge des progredienten endogenen Insulinmangels dies erfordert.

Abgesehen davon gibt es durchaus auch Patienten, die – z.B. nach drastischer Gewichtsabnahme – wieder allein auf Tabletten oder Diät eingestellt werden können. Die orale Medikation sollte im Übrigen bei der Umstellung auf Insulin in der Regel zunächst beibehalten werden (= BOT, basal unterstützte orale Therapie, oder zusammen mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten als ISI “incretin supported insulin therapy” bzw.

“insulin supported incretin therapy”). Wenn die Patienten eine lange Lebens- und damit Diabetesdauer aufweisen, kann sogar – wie bei Typ-1-Diabetikern – eine intensivierte Therapie (ICT) mit kurz (vor den Mahlzeiten) und lang wirkendem Insulin (z.B. Glargin U 300) ohne orale Antidiabetika erforderlich werden.

Kann man im Schlaf Unterzuckerung?

Mehr als die Hälfte aller Unterzuckerungen (Hypoglykämien) treten im Schlaf auf und bleiben meist unbemerkt. Oft fühlen sich Betroffene am nächsten Morgen müde und abgeschlagen. Besonders jedoch die Angst vor nächtlicher Unterzuckerung lässt Diabetiker und ihre Angehörigen schlecht schlafen.

Wie oft darf ein Diabetiker am Tag Essen?

Drei Mahlzeiten pro Tag besser als sechs Morgens essen wie ein Kaiser mit Kohlenhydraten, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann – und vor allem nichts zwischendurch. Mit diesen Empfehlungen leben Typ-2-Diabetiker am besten, so eine aktuelle Studie.

  1. Ernährungsberater empfehlen Menschen mit Typ-2-Diabetes oft, pro Tag fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten mit einer gleichmäßigen Verteilung der Kalorien und Kohlenhydrate über den Tag hinweg zu sich zu nehmen.
  2. Dies führt aber oft zu Übergewicht und einer schlechten Einstellung des Stoffwechsels.
  3. Zeigt, dass Kohlenhydrate zum Frühstück und zwei weitere Mahlzeiten pro Tag zu einer besseren Einstellung des Insulinspiegels führen als sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag hinweg verteilt.

Dazu wurden 28 übergewichtige Personen mit Diabetes und einem durchschnittlichen HbA1c von 8,1 Prozent zufällig entweder in eine Ernährungsgruppe mit drei Mahlzeiten pro Tag oder in eine mit sechs Mahlzeiten pro Tag eingeteilt. Zu Beginn und nach zwei und zwölf Wochen wurde bei allen Teilnehmern das Körpergewicht gemessen und der Glukosegehalt mittels kontinuierlicher Glukosemessung ermittelt.

Wie lange kann man mit Diabetes 2 leben?

Hohes Diabetes-Risiko verkürzt Lebenserwartung um 13 Jahre

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Typ-2-Diabetiker können ihre Lebensqualität und Lebenszeit deutlich erhöhen. Untersuchungen zeigen, wie eng Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 und erhöhtes Sterblichkeitsrisiko zusammenhängen. diabetesDE fordert deshalb konsequente Präventionsmaßnahmen, um die Zahl der Erkrankten zu senken.

Masse und Verteilung des Körperfetts, Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil entscheiden darüber mit, wie gut und wie lange Erkrankte leben. „ Bereits Menschen mit einem hohen Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, haben eine um 13 Jahre verkürzte Lebenserwartung – und dies unabhängig von Alter und Geschlecht”, betont Professor Dr.

med. Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und bei diabetesDE verantwortlich für das Ressort Wissenschaft. Die Zusammenhänge zwischen Übergewicht, Ernährung, erhöhtem Risiko für Diabetes Typ 2 und erhöhtem Sterblichkeits-Risiko sind gut untersucht.

Unter anderem zeigten Studienauswertungen wie die der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie” zuletzt 2009 die schweren Folgen für Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko: Sie erkranken fast drei Mal so häufig an einem Herzinfarkt und erleiden fast doppelt so häufig einen Schlaganfall, wie Menschen mit einem sehr geringen Diabetes-Risiko.

Ihr Sterblichkeitsrisiko war außerdem um das 2,4fache erhöht. Dies entspricht einer um 13 Jahre verkürzten Lebenserwartung. Eine Ursache dafür ist, dass sowohl zu viel Körperfett im Bauchraum, das so genannte viszerale Fett, als auch ein beginnender oder bestehender Diabetes mellitus Blutgefäße schädigen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen können.

  1. Es ist notwendig, dass wir als Diabetes-Organisation schon dort ansetzen, wo der Diabetes sich noch nicht manifestiert hat”, meint Professor Joost.
  2. Auch Menschen mit einem normalen Body-Mass-Index (BMI) haben schon ein erhöhtes Risiko, wenn die Menge an viszeralem Körperfett ein gesundes Maß übersteigt.

Dies sollte bei ärztlichen Untersuchungen stärker berücksichtigt werden. Bereits eine einfache Messung des Taillenumfangs hilft dabei, die Menge des im Bauchraum eingelagerten Körperfetts einzuordnen und damit das Erkrankungsrisiko einer Person zu bestimmen.” In einem Positionspapier zur Prävention fordert diabetesDE daher Prävention und Früherkennung von Diabetes zu verbessern.

Ein gezieltes frühzeitiges Eingreifen gegen die Krankheit und gut eingestellte Blutzuckerwerte können Folgeschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung oder Nierenversagen verhindern. Insbesondere Herzinfarkt und Schlaganfall gehören zu den Todesursachen Nummer 1. Diese wirkungsvoll zu verhindern, verlängert Leben und Lebensqualität.

Erste Hilfe für Diabetiker: Ärzte & Kliniken Apotheken & Notdienst Diabetes-Risiko-Test FINDRISK Selbsthilfegruppen 24-Std.-Diabetestelefon, 01802-505-205 (6 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max.42 Cent/Minute)

  • Umfangreiches Informationspaket für Neu Diagnostizierte:
  • diabetesDE Bundesgeschäftsstelle Reinhardtstraße 14 10117 Berlin Telefon: 030 201 677 0 Fax: 030 201 677 20
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: Hohes Diabetes-Risiko verkürzt Lebenserwartung um 13 Jahre

Was geht bei Diabetes kaputt?

Diabetes mellitus – chron. Störung der Insulinproduktion Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland, Dem Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2015 zu Folge leiden etwa 7,6 Millionen Menschen (inklusive Dunkelziffer) an dieser Krankheit.

Was kann im schlimmsten Fall bei Diabetes passieren?

Diabetes mellitus kann zu schweren Folgeschäden führen, vor allem, wenn der Blutzucker über lange Zeit zu hoch war. Hauptsächlich betroffen hiervon sind Nerven und Blutgefäße. Im schlimmsten Fall können Herzinfarkte oder Schlaganfälle auftreten. Auch zum Beispiel Nieren, Augen und Nerven können geschädigt werden.

Was ist tabu bei Diabetes?

Vorsicht bei Alkohol – Für Diabetikerinnen und Diabetiker ist wichtig zu wissen, dass Alkohol eine blutzuckersenkende Wirkung hat (zuerst steigt der Blutzucker allerdings an, vor allem bei Bier). Besonders vorsichtig sollte man bei der Kombination Alkohol und Sport sein: Die Gefahr einer Unterzuckerung ist groß! Wie für Stoffwechselgesunde gilt auch bei Diabetes eine moderate Alkoholzufuhr als akzeptabel (Frauen zehn Gramm pro Tag, Männer 20 Gramm pro Tag).

  • Dies entspricht einem Achtel Wein ODER einem Seidel Bier für die Frau.
  • Männliche Diabetiker sollten nicht mehr als ein Viertel Wein ODER ein Krügel Bier pro Tag trinken – dies gilt als Obergrenze.
  • Es ist wichtig, die Reaktion des Körpers zu beobachten (häufig Blutzucker messen) und die Alkoholzufuhr eher gering zu halten.

Alkohol wirkt viele Stunden blutzuckersenkend! Nicht geeignet sind für Diabetikerinnen und Diabetiker alkoholische Getränke, die hohe Mengen an Zucker enthalten. Vorsicht daher bei Likör, Süß- oder Dessertwein, Alkopops etc., aber auch bei alkoholfreiem Bier, da es mehr Malzzucker enthält als normales Bier.

  1. Diabetikerinnen und Diabetiker, die Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, sollten alkoholische Getränke niemals in die Broteinheiten einrechnen und Insulin dafür verabreichen.
  2. Darüber hinaus sollten sie Alkohol immer gemeinsam mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit zu sich nehmen.

Übergewichtige Diabetikerinnen und Diabetiker mit erhöhten Blutfettwerten ( v.a. bei Hypertriglyzeridämie ) und Bluthochdruck profitieren, wenn sie die Alkoholaufnahme in jedem Fall begrenzen. Zudem ist Alkohol sehr energiereich und kann somit die Entstehung von Übergewicht begünstigen.

Warum steigt mein Blutzucker obwohl ich nichts gegessen habe SS?

Als Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes bezeichnet man eine Störung des Zuckerstoffwechsels, der erstmals in der Schwangerschaft auftritt oder bemerkt wird. Das körpereigene Hormon Insulin ist für die Regulierung des Zuckerstoffwechsels verantwortlich.

Durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft steigt der Insulinbedarf stark an. Manche Frauen können nicht genügend Insulin bilden oder die Wirkung des Insulins auf ihre Körperzellen ist vermindert. Als Folge kann der Zucker aus dem Blut nicht mehr richtig verwertet werden und der Blutzuckerspiegel ist zu hoch.

Wer ist gefährdet? Schwangerschaftsdiabetes ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen während der Schwangerschaft. Die Tendenz ist steigend: Im Jahr 2010 waren rund 3,7 % der Schwangeren – das entspricht ca.24.000 Frauen – davon betroffen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Frauen, die folgende Merkmale aufweisen:

Übergewicht Diabetes bei Eltern oder Geschwistern Vorangegangene Geburt eines Kindes mit > 4500 g Geburtsgewicht Schwangerschaftsdiabetes in einer vorangegangenen Schwangerschaft Wiederholte Fehlgeburten Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen

Wann ist der BZ am höchsten?

/ Blog / Diabetes Wissen / Postprandiale Glukose – warum der Blutzucker nach dem Essen so wichtig ist

Postprandialer Blutzucker. Schwieriges Wort, oder? Davon einmal abgesehen, dass wir es hier mit einem diabetischen Zungenbrecher zu tun haben, wissen die wenigsten Diabetiker was das überhaupt für ein Wert ist, bzw. warum er so wichtig ist. Aber mal von Anfang an.

Als postprandialer Blutzucker wird der Blutzucker nach einer Mahlzeit bezeichnet. Das Gegenteil, also vor dem Essen, nennt man präprandial. Normalerweise beginnt der Blutzucker 10-15 Minuten nach einer Mahlzeit zu steigen und erreicht nach einer Stunde sein Maximum. Allerdings handelt es sich hier nur um Richtwerte, denn die PPG (postprandiale Glukose) hängt von mehreren Faktoren ab, wie etwa die Art der Nahrung.

Bei stoffwechselgesunden Menschen, die das Glück haben eine funktionierende Bauchspeicheldrüse zu besitzen, landet der Blutzucker 1-2 Stunden postprandial nach dem Essen wieder im Normalbereich. Insulin und Amylin sei Dank. Auch steigt der Blutzucker bei ihnen nicht so stark an, da es direkt nach der Nahrungsaufnahme zur Insulinausschüttung kommt. Was Passiert Wenn Ein Diabetiker Nichts Isst

Was kann Blutzuckerwerte verfälschen?

Bereits kleinste Verunreinigungen auf der Haut können zu falschen Messwerten führen, wenn sie sich bei der Blutentnahme mit dem Testtropfen mischen. Auch Seifen- und Wasserreste können das Ergebnis der Blutzuckermessung verfälschen. Deshalb gilt: Vor dem Messen Hände gründlich waschen und abtrocknen.

Warum ist mein Zucker morgens immer so hoch?

1. Dawn-Phänomen – Ist der Blutzucker ­morgens zu hoch, steckt oft das Dawn-Phänomen dahinter (“Dawn”: engl. für “Morgengrauen”). “Etwa zwischen vier und sieben Uhr bildet der Körper verstärkt Hormone, die den Blutzucker erhöhen”, erklärt Professor Stephan Martin, Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums Düsseldorf.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche in der Pubertät, aber auch Typ-2-Diabetiker leiden häufig darunter. Das hilft: Pumpenträger können die Pumpe so einstellen, dass sie in den frühen Morgenstunden mehr Insulin abgibt. Wer ein Verzögerungsinsulin spritzt, kann den Spritzzeitpunkt auf den späten Abend (ca.23 Uhr) verschieben.

Dann fällt der Zeitpunkt der stärksten Wirkung in die frühen Morgenstunden. Auch eine Dosiserhöhung oder der Wechsel auf lang wirkendes Analoginsulin kann sinnvoll sein. “Hilft das nicht, ist manchmal der Umstieg auf eine Pumpentherapie die Lösung”, so Martin.

  • Bei Typ-2-Diabetikern, die blutzuckersenkende Tabletten nehmen, muss der Arzt eventuell die Dosis anpassen.
  • Bei vielen Menschen hilft aber auch ein Spaziergang am Abend.
  • Denn körperliche Aktivität senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern bewirkt auch, dass die Zellen besser auf Insulin ansprechen”, erklärt Stephan Martin.

So benötigen Typ-2-Diabetiker, die Sport treiben, oft keine oder weniger Medikamente, und eine Therapie mit Insulin ist nicht nötig.